Boss Fighters QR

Boss Fighters QR

Genre: Boss-Battler • Deckbuilding • Familienspiel
Autor: Michael Palm, Lukas Zach
Illustrator: Bartolomiej Kardowski, KRASS KOLLEKTIV
Spieleverlag: Pegasus Spiele
Empfohlenes Alter: 10
Spieldauer: 40-60 Minuten

Boss Fighters QR   07.07.2026 von Born2bewild

Nachdem One-Hit Heroes schon sehr gut bei uns ankam und als Boss-Battler in Konkurrenz zu dem gehypten Boss Fighters QR steht, mussten wir diesen natürlich auch unter die Lupe nehmen. Im Gegensatz zu One-Hit Heroes steht hier die App und ein Tablet/Smartphone im Mittelpunkt. Macht dies das Spielgefühl und den Wiederspielwert besser? Ist es damit überhaupt ein sinnvoller oder fairer Vergleich? All das erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Boss Fighters QR ist neben der App als Kernelement ein Kartenspiel, bei dem Ihr mit einem Kartenset startet und nach und nach Karten hinzubekommt, um euer Set zu optimieren. Drafting also. Das kann man beim Auspacken schon sehen, denn es gibt neben drei Stanzbögen mit diversen Marken einige Boxen, in denen Karten untergebracht sind oder später untergebracht werden sollen. Erst einmal gibt es vier leere Boxen für Eure Heldenkarten und eine für die Marken. Dann gibt es vier größere, in denen Ihr neben den Startkartensets in der Lagerbox auch die Belohnungskarten in den drei Beuteboxen findet. Dabei solltet Ihr darauf achten, keine Karten anzusehen oder auszupacken, auf denen Ihr Stoppkarten findet. Die Anleitung und die App führen Euch fast komplett durch und sagen Euch, was Ihr auspacken sollt und dürft. Lediglich die Verbindungsstücke für die Lebenspunktezähler müsst Ihr etwas suchen, sie befinden sich in der Statusmarkenbox. Hier solltet Ihr beim Zusammenbau darauf achten, sie ordentlich zusammenzudrücken, sonst drehen sich die Lebenspunktezähler wie von selbst. Nachdem Ihr alles ausgepöppelt habt, kann es auch schon losgehen.

 

Beim ersten Spiel führt Euch die Anleitung durch den Spielaufbau. Als erstes solltet Ihr den Download der App schon einmal starten, während Ihr Euch der Vorbereitung widmet. Hierfür öffnet Ihr die Lagerbox und legt die acht Stapel der Helden bereit. Nun sucht Ihr Euch jeweils einen Helden aus und nehmt Euch dazu wahlweise eine der vier Klassen. Es gibt Troll, Halbling, Zwerg oder Elfe. Jedes dieser acht Decks besteht aus sechs Aktionskarten und einer Helden- beziehungsweise Klassenkarte, die Ihr beide schon einmal vor Euch auslegen könnt. Sollten noch Decks übrigbleiben, packt Ihr sie beiseite. Ihr mischt Euer Startdeck aus den zwölf Karten und legt es neben Eurer Klassenkarte aus, unter Eurer Heldenkarte solltet Ihr Platz für Euren Ablagestapel lassen. Rechts daneben ist Eure Kartenauslage und darüber könnt Ihr Euren Lebenspunktezähler legen. Die Positionierung ist aber frei wählbar. Die Lebenspunkte stellt Ihr auf die Summe der Lebenspunkte aus Eurer Helden- und Klassenkarte. Daneben legt Ihr eine der vier Übersichtskarten, die den Spielverlauf noch einmal vereinfacht darstellen und auf der Rückseite die Bosssymbole erklären. Von den Marken benötigt Ihr in der ersten Runde erst einmal nur die Giftmarken, die Ihr als Vorrat bereitlegt. Nun ist es an der Zeit, die App zu starten und das Smartphone oder Tablet in die Tischmitte zu legen. Vorzugsweise mit Sound, denn die Soundeffekte und Musik tragen zur Atmosphäre im Spiel bei. Als erstes werdet Ihr dazu aufgefordert, Eurer Gruppe einen Namen zu geben. Anschließend seht Ihr einen Tisch mit Stühlen, bei dem Ihr jeweils Euren Charakter und Eure Klasse einscannt und dem Charakter einen Namen geben müsst. Anschließend wählt Ihr eine Sitzposition aus. Nachdem Ihr das alle einmal ausgeführt und bestätigt habt, kommt Ihr in die Boss-Auswahl. Hier solltet Ihr mit Mr. Puppet starten. In der App findet Ihr nun auch eine Legende zum Boss, die Euch schon erste Tipps für den Kampf mitgibt. Diese Legende findet Ihr später aber auch auf den Boss-Karten. Außerdem könnt Ihr bei jedem Boss aus einem der vier Schwierigkeitsgrade wählen. Dann startet Ihr den Boss-Kampf und der Fight beginnt…

 

Ziel des Spiels

 

Boss Fighters QR ist ein Boss-Battler, bei dem es darum geht, starke Monster (Bosse) gemeinsam als Gruppe zu besiegen. Dabei gibt es erst einmal zehn Bosse, die Ihr nacheinander bekämpfen könnt. Nach jedem Boss bekommt Ihr aus den Beuteboxen neue Karten und teilweise neue Regeln, die die zukünftigen Bosse schwieriger machen, aber auch Eure Helden stärker. Hinzu kommt, dass es auch ab und an saisonale Bosse gibt, wie beispielsweise zu Ostern den „Eggsekutor“ (Daumen hoch von uns für den Namen!). Das Ziel des Spiels ist es, den Boss zu besiegen und weiter im Spiel fortzuschreiten. Nach zehn Bossen seid Ihr durch das Grundspiel und könnt entweder die saisonalen Bosse bezwingen oder das Spiel in neuer Helden- und Klassenkombination erneut durchspielen. Vielleicht ja auf der nächsten Schwierigkeitsstufe.

 

Die Anleitung

 

Mit fünfzehn Seiten wirkt die Anleitung erst einmal sehr umfangreich für ein Familienspiel. Sie ist aber so aufgebaut, dass Ihr sie nicht vorher lesen müsst. Ihr könnt Euch zusammensetzen, das Spiel gemeinsam auspacken und die Anleitung Schritt für Schritt durchlesen. Zu Beginn springt Ihr noch etwas zwischen App und Anleitung hin und her, später werdet Ihr nur noch nach den Bosskämpfen mal etwas nachlesen müssen. Wobei wir auch hier festgestellt haben, dass die Anleitung dann nur noch als Nachschlagewerk dient, denn die neuen Regeln sind immer auf Regelkarten aufgedruckt, die Ihr in die Tischmitte legt und so ständig im Blick habt. Insgesamt sind die Regeln also relativ einfach und passen somit perfekt zum Genre des Familienspiels. Easy to learn, hard to master.

 

Fröhliches Kartenscannen!

 

Jeder Bosskampf gliedert sich in mehrere Runden. Dabei wird der Boss ab einer gewissen Rundenzahl wütend und damit stärker. Wie viele Runden das sind ist dabei immer auf der Bosskarte und der App aufgedruckt. Jede der Runden gliedert sich in sieben Phasen:

 

  • Planungsphase
  • Schildphase
  • Aktionsphase
  • Angriffsphase
  • Statusphase
  • Abwurfphase
  • Nachziehphase

 

Generell leitet Euch die App durch die Phasen und erinnert Euch an bestimmte Statuseffekte. Außerdem gibt es während und zwischen den Phasen immer wieder Sprüche vom Boss zu lesen. Bevor es mit dem Kampf losgeht, werdet Ihr aufgefordert, von Eurem Nachziehstapel Handkarten zu ziehen. Wie hoch dabei Euer Limit ist, gibt die Summe auf Eurer Helden- und Klassenkarte vor. Dann beginnt der Boss mit der Planungsphase und plant seine Angriffe. Das heißt, neben jedem Eurer Charakterbilder erscheint ein Schaden und eventuelle Statusmarker wie beispielsweise Gift. Dies soll euch später helfen, Eure Aktionen so zu planen, sodass Ihr die Runde übersteht. Direkt danach folgt die Schildphase, bei der der Boss seine Schilde erhält. Diese können Ihn nicht nur schützen, sondern auch Effekte auslösen. So könnt Ihr auch durch Schilde Gift oder Schaden erhalten.

 

In der Aktionsphase seid Ihr an der Reihe. Als erstes müsst Ihr eine Person bestimmen, die die Runde beginnt. Hierbei solltet Ihr Euch gut absprechen, denn es gibt nicht nur Angriffe die Ihr ausspielen könnt, sondern auch Verstärkungen, die einen bereits erfolgten Angriff dieser Schadensart verstärken. Spielt ihr die Verstärkung zu früh, verpufft sie. Um eine Aktion auszuspielen, nehmt Ihr eine Eurer Handkarten und haltet den QR-Code auf der Rückseite über die Kamera des Tablets. Anschließend legt Ihr die Karte in Euren aktiven Bereich. Neben Angriffen und Verstärkungen könnt Ihr auch Schutz spielen, um die Angriffe des Bosses abzumildern. Dabei müsst Ihr immer auswählen, auf wen Ihr den Schutz spielt. Gelingt es Euch den Schutz auf Null zu senken, so erhaltet Ihr am Rundenende nicht nur keinen Schaden, sondern auch keinen negativen Status. Außerdem könnt Ihr auch Heilungen spielen, die Euch Lebenspunkte zurückgeben oder Blitze, die Euch sofort zusätzliche Aktionen gewähren. Sobald Ihr eine Aktion durchgeführt habt, ist die nächste Person im Uhrzeigersinn an der Reihe. Das geht so lange, bis Ihr jeder drei Aktionen (ausgenommen Blitz- und Sonderaktionen) durchgeführt habt. Die App sagt euch immer auch, was die Karte genau macht.

 

Nachdem Ihr dem Boss hoffentlich ordentlich zugesetzt habt, folgt die Angriffsphase des Bosses. Hierbei macht er den vorher angekündigten Schaden, abzüglich des Schutzes, den Ihr gespielt habt. Außerdem erhaltet Ihr die angezeigten Statusmarken, wie beispielsweise Gift. Dieses wiederum wirkt in der fünften Phase, der Statusphase.

 

Bevor es nun in die nächste Runde übergeht, kommt die Abwurfphase. Hierbei legt Ihr als erstes Eure gespielten Karten aus dem aktiven Bereich auf den Ablagestapel. Außerdem dürft Ihr noch beliebig viele Karten von Eurer Hand auf den Ablagestapel legen. Solltet Ihr außerdem mehr Karten auf der Hand haben als Euer Handkartenlimit vorgibt, müsst Ihr die überzähligen Karten ebenfalls ablegen. Direkt danach folgt die Nachziehphase, bei der Ihr wieder auf Euer Handkartenlimit aufzieht.

 

Sobald Ihr fertig seid und alle Meldungen der App bestätigt habt, startet die nächste Runde. Ihr spielt so lange weiter, bis entweder der Boss besiegt ist oder jemand von Euch gefallen ist, dann müsst Ihr auf den Totenkopf drücken und habt das Spiel verloren.

 

Bildergalerie von Boss Fighters QR (11 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 3 Beuteboxen mit geheimen Inhalten
  • 1 Lagerbox mit 62 Karten
  • 4 Heldenboxen
  • 1 Box für Statusmarken
  • 30 Giftmarken
  • 12 Panikmarken
  • 12 Lähmungsmarken
  • 18 Feuermarken
  • 11 Gegenstände
  • 4 Lebenspunktezähler


Cover & Bilder © Cover: Pegasus Spiele GmbH / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Ich kann den Hype um das Spiel verstehen, denn es macht richtig Spaß. Durch die App ist das Spiel mehr oder weniger unbegrenzt erweiterbar und die Decks könnten auch durch physische Erweiterungen wachsen. Die Deckbuilding-Komponente ist sehr einsteigerfreundlich, denn man erhält zwar zusätzliche Karten, aber nur etwa eine pro Boss(stufe) und man kann (muss aber nicht) für jede so erhaltene Karte eine aus seinem bisherigen Set ablegen. Außerdem startet man das Spiel mit relativ wenig Regeln, zu denen bei fast jedem Boss weitere hinzukommen. So gibt es zu Beginn beispielsweise nur die Giftmarken als Status und später mehr. Das passt alles super zusammen. Das was mich leider ein wenig stört ist die App, zwar geht das Scannen insgesamt sehr gut und schnell, doch bremst es auch ein wenig aus (zumindest bei großen Tischen). Aber das ist irgendwie eine Hassliebe, da die App auch die Stärke des Spiels ist. Im direkten Vergleich zu One-Hit Heroes ist die Waage für mich ziemlich ausgeglichen. Der Vergleich ist sehr schwer und beide Spiele gehen in eine ähnliche Richtung. Boss Fighters QR überzeugt durch die App und weniger Plastik beim Spielmaterial. One-Hit Heroes kann ebenfalls durch eine gute Einsteigerfreundlichkeit überzeugen und setzt komplett auf ein analoges Spiel, das durch seinen Aufbau aber an Videospiele erinnert. Dafür hätte ich hier aber lieber Double-Layer-Boards als Plastik-Tableaus gehabt. Somit haben beide Spiele ihre Stärken und Schwächen und liegen in meinen Augen gleichauf. Vielleicht hat Boss Fighters QR durch die saisonalen Monster in der App noch einen kleinen Vorsprung. Doch würde ich hier auch „nur“ eine 9/10 vergeben.

 

Josi:

Mich hat Boss Fighters QR definitiv mehr geflasht, wie Alex aber schon erwähnte, haben beide Spiele Ihren Reiz. Ich hatte aber auch am wenigsten Probleme mit dem Scannen. Sobald man die Regeln und eigenen Karten halbwegs verstanden hat, geht es auch ziemlich flüssig. Richtig cool ist, dass man hier sehr viel miteinander reden muss, wer welche Karten spielen kann überhaupt. So gibt es manchmal Runden ohne Schild. Das ist schon hart. Da lohnt es sich die Karten zum Nachziehen zu spielen oder eben vollen Schaden. Ich vergebe hier klare 10/10 Punkte, da ich nichts auszusetzen habe.


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