Kraken

Kraken

Originaltitel: Кракен
Genre: Creature-Feature • Science Fiction • Action
Regie: Nikolai Lebedev
Hauptdarsteller: Alexander Petrov
Laufzeit: DVD (128 Min) • BD (134 Min)
Label: Busch Media Group
FSK 12

Kraken   21.02.2026 von MarS

Zwei Filme, ein Titel. Gleich zwei Creature-Features mit riesigen Oktopoden buhlen aktuell um die Gunst der Zuschauer, doch während der Kinostart für den norwegischen Kraken nach einer Verschiebung noch auf sich warten lässt, veröffentlicht Busch Media Group den gleichnamigen russischen Vertreter bereits auf DVD und Blu-ray...

 

Inhalt

 

Als die Forscher einer geologischen Polarstation wissenschaftliche Sprengungen am Meeresboden durchführen, wecken sie dadurch unwissentlich ein riesiges Ungeheuer, das kurzerhand ein in der Nähe tauchendes russisches U-Boot versenkt. In der Hoffnung auf Überlebende schickt die russische Marine daraufhin den jungen Kommandanten Viktor Voronin (Alexander Petrov), den Bruder des Kommandanten des untergegangenen U-Boots, auf eine Rettungsmission, ohne zu wissen, welches Grauen die Mannschaft vor Ort erwartet. Unter der strengen Aufsicht des Konteradmirals Olshansky (Aleksei Guskov), der ihn bei seiner Mission überwachen und bei Fehlentscheidungen das Kommando übernehmen soll, macht sich Viktor auf den Weg ins Polarmeer...

 

Während es Creature-Features mit realen und natürlichen Bedrohungen deutlich einfacher haben, das Publikum zu überzeugen und spannungsgeladenen Grusel aufzubauen, haben es Genrevertreter mit übergroßen oder gar übernatürlichen Antagonisten deutlich schwerer, eine gute Vorstellung abzuliefern. Meist fällt die Entscheidung in diesen Fällen zugunsten knackiger Action, anstatt auf Grusel oder Horror zu setzen, und auch der russische Kraken versucht sich an eben diesem Weg. So richtig zünden will das Feuerwerk dabei aber dennoch nicht, denn auch wenn die Effekte - nicht zuletzt dank des recht hohem Budgets von etwa 15 Millionen US-Dollar) - durchaus ansehnlich ausgefallen sind und vereinzelte Actionsequenzen wirklich ihren Reiz haben, gelingt es Regisseur und Drehbuch Co-Autor Nikolay Lebedev einfach nicht, eine gelungene Geschichte zu erzählen. Die gesamte Inszenierung schreitet hier völlig spannungsarm und vorhersehbar voran, ohne dem Genre auch nur im Ansatz etwas Neues zu entlocken, und konzentriert sich dabei allzu stark auf die zwischenmenschlichen Konflikte sowie militärischen Aspekte, was für ein sehr langsames Tempo und eine sehr dialoglastige Erzählung sorgt. Die Actionmomente - und damit auch die Konfrontationen mit dem titelgebenden Kraken - geraten dabei allzu sehr in den Hintergrund, und verpassen es dadurch innerhalb der deutlich zu langen Laufzeit von etwa 130 Minuten, für ausreichend Unterhaltungs- und Schauwerte zu sorgen. Schwach und austauschbar charakterisierte sowie überwiegend unsympathische Figuren machen es hierbei dem Zuschauer nicht gerade leichter, sich für das Geschehen zu begeistern beziehungsweise sich überhaupt für das Schicksal der Beteiligten zu interessieren, wogegen der unvermeidbare finale Schlag gegen die animalische Bedrohung beinahe schon wie ein (zugegeben sehr übertriebenes) Propagandavideo für das russische Militär und dessen Kampfkraft sowie fortschrittliche Entwicklung wirkt...

 

Bildergalerie von Kraken (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Von ein paar sehr seltenen Fokussierungsunschärfen einmal abgesehen liefert die Blu-ray ein sehr scharfes, detailreiches Bild mit natürlicher Farbdarstellung sowie einem sehr gut eingestellten Kontrast. Sowohl die zahlreichen Unterwasseraufnahmen - zumeist am PC entstanden - als auch Effektshots und Innenraumszenen bleiben durchwegs sauber und mangelfrei. Die Tonspur bietet eine angenehme Dynamik sowie eine kraftvolle Abmischung, wobei der etwas zu aufdringliche Score ein wenig zu dominant ins Geschehen eingreift. Dialoge werden ausnahmslos klar und verlustfrei wiedergegeben.



Cover & Bilder © Busch Media Group GmbH


Das Fazit von: MarS

MarS

Inhaltsleer, actionarm und deutlich zu militärlastig leistet sich der russische Kraken einfach zu viele Mängel, um als gelungenes Creature-Feature bezeichnet werden zu können. Ansehnliche Effekte und ein authentisch umgesetztes Setting stehen hier im Kontrast zu einer plumpen Geschichte, flachen Figuren sowie einer allzu dialoglastigen Erzählung, die das titelgebende Monster viel zu sehr in den Hintergrund drängt, was letztendlich in Verbindung mit der viel zu langen Laufzeit dafür sorgt, dass Kraken ein Genrevertreter bleibt, der visuell zwar schick ist, inhaltlich und erzählerisch aber viel zu wenig zu bieten hat. Hoffen wir an dieser Stelle einfach auf den gleichnamigen norwegischen Oktopoden...


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