Presence

Presence

Originaltitel: Presence
Genre: Horror • Thriller
Regie: Steven Soderbergh
Hauptdarsteller: Callina Liang • West Mulholland
Laufzeit: DVD (81 Min) • BD (85 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 16

Presence   30.09.2026 von MarS

Regisseur Steven Soderbergh ist nicht gerade bekannt für seine Horrorfilme, und auch die Ausflüge des Drehbuchautors David Koepp ins Genre sind mit Echoes - Stimmen aus der Zwischenwelt, Das geheime Fenster oder auch Du hättest gehen sollen eher spärlich gesäht. Dennoch präsentieren uns die beiden gemeinsam den Horrorthriller Presence, der nun von Capelight Pictures auf DVD, Blu-ray und im limitierten 4K UHD Mediabook veröffentlicht wird...

 

Inhalt

 

Nachdem ihre Tochter Chloe (Callina Liang) erst kürzlich ihre beste Freundin verloren hat, ziehen Rebecca (Lucy Liu) und ihr Mann Chris (Chris Sullivan) gemeinsam mit ihrem Sohn Tyler (Eddy Maday) in ein neues Haus in der Vorstadt, um dort einen Neuanfang zu starten. Während sich Rebecca jedoch wie gewohnt komplett auf Tyler und seine Karriere als Sportler konzentriert, ist es lediglich Chris, der versucht Chloe über ihren Schmerz hinwegzuhelfen. Chloes einziger Ansprechpartner außerhalb der Familie ist dagegen Ryan (West Mulholland), ein neuer Freund von Tyler, zu dem sich Chloe direkt hingezogen fühlt. Viel beängstigender als Chloes Verlust ist für sie jedoch das Gefühl, dass die Familie im Haus nicht allein zu sein scheint...

 

Steven Soderbergh, bekannt für sein Spiel mit Zeit- und Handlungsebenen, sowie David Koepp, der zweifellos ein Händchen für Blockbuster hat. Und doch liefert uns Presence zunächst einmal banale 08/15-Stangenware aus dem Horrorgenre, wie man sie schon unzählige Male gesehen hat. Also was macht Presence dann überhaupt aus? Und ist der Film wirklich sehenswert? Die Antwort auf diese Fragen ist gar nicht so einfach, wie man vermuten könnte, denn tatsächlich bietet Presence inhaltlich nicht viel Neues, es gibt nur eine einzige erzählerische Wendung, und viele der durchaus interessanten Themen, die hier angesprochen werden, werden nicht weiter vertieft, sondern eher oberflächlich behandelt. Hier kommt allerdings das souveräne Handwerk Soderberghs und Koepps ins Spiel, denn obwohl Presence nicht allzu viel zu erzählen hat und sich zudem auf eine klassische Horrorgeschichte als Grundlage verlässt, zieht das Werk sein Publikum dennoch direkt in seinen Bann. Zunächst einmal macht die Inszenierung beispielsweise recht schnell klar, dass es sich hier überhaupt nicht um einen simplen Horrorfilm handelt, sondern die Geschichte vielmehr als Thriller funktioniert. Atmosphärisch sorgt Presence zwar immer wieder für den ein oder anderen Gänsehautmoment, wirklich gruselig oder in einer anderen Form von Horrorelementen geprägt ist das Ganze dann aber doch nicht. Selbst die Freigabe ab 16 Jahren dürfte sich eher an dem ein oder anderen inhaltlich schwer verdaulichen Brocken orientiert haben, denn auf Gewaltmomente oder gar blutige Szenen verzichtet Presence beinahe gänzlich. Stattdessen konzentriert sich die Erzählung auf familiäre und zwischenmenschliche Dramen, auf den Umgang mit Verlusten und persönlichen Ängsten, ja sogar auf typische Teenager-Probleme wie Mobbing und toxische Beziehungen, alles verpackt in eine Bedrohung, die zunächst alles andere als greifbar erscheint. Was Presence aber wirklich aus der Masse hervorstechen lässt, das ist die Art und Weise, in der Soderbergh diese Geschichte erzählt. Hier übernimmt man als Publikum nämlich die Sicht aus der Perspektive der titelgebenden Präsenz, ohne dabei überhaupt zu wissen, um wen oder was es sich dabei handelt. Dieser Blickwinkel wird dann auch konsequent beibehalten, was für einige sehr interessante Kamerafahrten, aber auch erzählerische Feinheiten sorgt, und den Zuschauer auf der einen Seite mittendrin im Geschehen hält, während man an anderer Stelle nur gedämpft durch Wände, Fenster oder Türen den Ereignissen folgen kann. Ein überaus ansprechendes Vorgehen, dass Soderbergh sich hier ausgedacht hat, aber auf Dauer leider auch eines, das ein wenig überambitioniert erscheint und sich zudem auch ein wenig abnützt. Dennoch ist Presence ohne jeden Zweifel ein atmosphärisch dichter, fesselnder und stellenweise recht spannend gestalteter Genrebeitrag mit erzählerisch interessanten Einfällen, auch wenn das Alles inhaltlich dann doch eher überschaubar bleibt. Zusätzlich sorgt die gewählte Perspektive dafür, dass man auch als Zuschauer stets einen gewissen Abstand zu den Figuren hat, und man sich deshalb nur schwerlich in die eigentliche Handlung einfühlen kann...

 

Bildergalerie von Presence (10 Bilder)

Details der 4K UHD

 

Ihre Stärken spielt die 4K UHD vor allem in den Tageslichtszenen aus - von denen es für einen Horrorthriller unerwartet viele gibt, da sich das Geschehen überwiegend gut beleuchtet und tagsüber präsentiert. Hier überzeugt das Bild der 4K UHD durch satte, kräftige und strahlende Farben, einen ausgeprägten Kontrastumfang sowie sehr scharfe, detailreiche Aufnahmen. Abends beziehungsweise in dunklen Abschnitten oder auch in schlechter ausgeleuchteten Raumaufnahmen hingegen fallen sowohl der Kontrast wie auch der Schwarzwert teilweise deutlich ab, was für ein etwas schwammigeres visuelles Ergebnis sorgt. Akustisch setzt die in DTS-HD 5.1 abgemischte Tonspur immer wieder gezielte Akzente und Highlights, wogegen sich der Ton im Übrigen vor allem auf eine saubere, klare und verlustfreie Sprachausgabe konzentriert. 

 

Details des Mediabooks

 

Das Mediabook, klassisch umschlossen von einer losen J-Card mit den üblichen Inhaltsangaben und Details, präsentiert sowohl auf dem Frontcover wie auch der Rückseite ein sehr minimalistisches, an ein Röntgenbild erinnerndes Design mit einem matten Finish, was im Gesamtbild sehr stimmig und harmonisch wirkt. Beim Innendruck wurde ebenfalls auf Minimalismus gesetzt, genau wie beim 24-seitigen Booklet, das neben diversen Szenenfotos lediglich aus einem ausführlichen und durchaus interessanten Interview mit Regisseur Steven Soderbergh und Drehbuchautor David Koepp besteht.



Cover & Bilder © capelight pictures OHG / © The Spectral Spirit Company / Produktfotos: www.sofahelden.de


Das Fazit von: MarS

MarS

Die Inszenierung von Presence ist wirklich außergewöhnlich, und zieht den Zuschauer sofort in ihren Bann. Inhaltlich dagegen bleibt der von Regisseur Steven Soderbergh und Drehbuchautor David Koepp entworfene Horrorthriller in klassischen Genrebahnen hängen, und liefert damit kaum Überraschungen. Ohnehin fehlt es Presence an erzählerischen Highlights und auch inhaltlicher beziehungsweise charakterlicher Ausarbeitung, da sich die Inszenierung etwas zu sehr auf die audio-visuelle Präsentation verlässt. Keine Frage, Presence ist durchaus fesselnd, atmosphärisch dicht und überaus sehenswert, für einen echten Genre-Hit hat das Ganze in Summe aber dann doch ein paar Schwächen zu viel...


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