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The Rule of Jenny Pen
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BEWERTUNG |
05.03.2026 von MarSMit seinem Langfilmdebüt Coming Home in the Dark ist es dem Neuseeländer James Ashcroft mehr als eindrucksvoll gelungen, eine Kurzgeschichte aus der Feder seines Landsmannes Owen Marschall in einen atmosphärisch dichten, erschütternden Thriller zu verwandeln. Nun versucht Ashcroft mit The Rule of Jenny Pen dieses Kunststück noch einmal zu wiederholen...
Inmitten einer Urteilsverkündung erleidet der Richter Stefan Mortensen (Geoffrey Rush) völlig unerwartet einen Schlaganfall, und landet daraufhin in einem Pflegeheim für Senioren. Unweigerlich wird er dort mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert, auch wenn er seinen körperlichen Verfall sowie die zunehmende geistige Verwirrtheit zunächst nicht wahrhaben will. Viel schlimmer als seine immer häufigeren Aussetzer ist für Stefan jedoch der Patient Dave Crealy (John Lithgow), der seinen Zustand in Anwesenheit der Pfleger nur vorzutäuschen scheint, und die Nächte in der Anstalt dazu nutzt, die übrigen Insassen mit der Unterstützung seiner Handpuppe "Jenny Pen" zu erniedrigen. Während niemand Stefan Glauben schenkt und seine Beobachtungen als simple Nebenerscheinungen seines geistigen Verfalls abgetan werden, verbündet dieser sich mit dem ebenfalls belästigten Tony Garfield (George Henare), um sich dem psychopathischen Machtmissbrauch Daves entgegenzustellen...
Eines muss man James Ashcroft lassen: Nicht nur, dass er ein Händchen für eine dichte Atmosphäre und eine düstere Grundstimmung sowie eine minimalistische, dabei aber nicht minder treffsichere Inszenierung hat, auch seine Darsteller scheint er mühelos zu Höchstleistungen anzutreiben. In all diesen Bereichen kann man The Rule of Jenny Pen nämlich überhaupt nichts vorwerfen, denn auch dieses Mal überzeugen sowohl alle Beteiligten vor und hinter der Kamera, wie auch die teilweise erschütternde Konfrontation des Zuschauers mit der Grundthematik der Handlung, die sich hier auf die wahrlich furchteinflößenden Nebenerscheinungen des Alterns konzentriert. Kaum etwas ist erschreckender als die Angst vor dem Verlust der Kontrolle, sei es der über den eigenen Körper sowie der eigenen Wahrnehmung, oder der über das Geschehen um einen herum. Ausgerechnet damit weiß Ashcroft geschickt zu spielen, und verbindet eben diese Angst mit einem Duell auf psychologischer Ebene zwischen zwei Männern, die mit aller Kraft gegen den Verfall ankämpfen, und jeweils auf ihre eigene Art auf diesen reagieren beziehungsweise mit diesem umgehen. Dabei beeindruckt nicht nur Geoffrey Rush als seinen eigenen Gebrechen ausgeliefertes und immer stärker an seiner eigenen Urteilsfähigkeit zweifelndes Opfer, sondern vor allem John Lithgow in seiner Rolle als psychopathischer, seine körperliche und geistige Überlegenheit perfide ausnutzender Tyrann, während Ashcroft das Setting gekonnt zu nutzen weiß, um die beklemmende Situation noch zu intensivieren. Und doch gelingt es The Rule of Jenny Pen nicht, eine ähnliche Sogwirkung wie Coming Home in the Dark zu entwickeln sowie eine fortlaufend fesselnde Spannungskurve zu erzeugen, was unter anderem der erzählerischen Inkonsequenz zuzuschreiben ist. Mit fortschreitender Laufzeit verlagert sich die Inszenierung nämlich von einem atmosphärischen, bedrohlichen Psychospiel mit akribisch aufeinander abgestimmten Details und bewusst dosiert eingesetzten Horrorelementen hin zu einem leider zu überzeichnet grotesken, zunehmend unglaubwürdigen und zu stark auf eine Eskalation ausgelegten Thriller, der auf Überraschungen verzichtet und sich ganz klassisch auf seinen obligatorischen Höhepunkt zubewegt. Gleichzeitig verliert die emotionale Seite der Figuren sowie die Brisanz der zugrundeliegenden Thematik auf diese Weise immer mehr an Bedeutung, wodurch das Geschehen längst nicht so intensiv und mitreissend wirkt, wie es dies eigentlich verdient hätte. Stattdessen fühlt sich Alles recht zäh, schleppend und mitunter sogar langatmig an, obwohl das Tempo zum Finale - ganz im Gegensatz zum tatsächlich eher gemächlich voranschreitenden vorherigen Verlauf - noch einmal deutlich angezogen wird...
Details der 4K UHD
Die 4K UHD bietet ein hervorragendes Kontrastverhältnis und punktet durch das erweiterte, satte Farbspektrum, das vor allem die Tageslichtszenen regelrecht strahlen lässt. Allgemein sind Schärfe und Detailgrad sehr ausgeprägt, nur selten fällt beides etwas weicher und weniger akzentuiert aus. Durchaus auffällig sind einige farblich stilisierte Sequenzen, die durch extremen Rotstich auffallen, eben dadurch aber stimmig ihre Funktion erfüllen. Die Tonspur konzentriert sich überwiegend auf eine gut ausbalancierte, sauber ortbare und verlustfreie Dialogwiedergabe und öffnet sich größtenteils nur für den absolut harmonischen, atmosphärischen Score beziehungsweise Soundtrack kraftvoll in den gesamten Raum.
Zum 4K UHD Mediabook können wir leider keine Angaben machen, da uns für unsere Kritik nur die 4K UHD Pressedisc zur Verfügung stand. Cover & Bilder © Plaion Pictures / © Stan Alley Das Fazit von: MarS
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