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Angel´s Egg
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16.06.2026 von MarSÜber 40 Jahre hat es gedauert, bis dem Anime Angel´s Egg (OT: Tenshi no Tamago) der Weg außerhalb Asiens geebnet wurde. Plaion Pictures / KSM Anime veröffentlicht das von Mamoru Oshii (Ghost in the Shell) sowie Figuren-Designer und Illustrator Yoshitaka Amano (Final Fantasy, Vampire Hunter D) erschaffene Kunstwerk nun als 4K UHD Collector´s Edition in einer vom Regisseur abgesegneten, völlig neu restaurierten und remasterten Fassung...
Offenbar ziellos wandert das Mädchen durch eine scheinbar verlassene und zerstörte Welt. Das Mädchen trägt ein Ei bei sich, und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses um jeden Preis zu beschützen. Auf ihrer Reise trifft das Mädchen schließlich auf einen Jungen, der sich ihr anschließt und sie fortan begleitet. Während sie sich nach anfänglichem Misstrauen langsam anfreunden, bleibt eine Frage stets unbeantwortet: Warum interessiert sich der Junge so sehr für das Ei des Mädchens...?
Auf Grund des im Jahr 1988 veröffentlichten Spielfilms In the Aftermath (in Deutschland unter dem Titel After Rabbit - Flucht aus der Zukunft erschienen) des Australiers Carl Colpaert, der in Zusammenarbeit mit Mamoru Oshii Szenen aus Tenshi no Tamago mit realen Filmszenen kombinierte, gab es lange Zeit lizenzrechtliche Probleme, die verhinderten, dass Tenshi no Tamgo in seiner originalen Anime-Fassung außerhalb Asiens veröffentlicht werden konnte. Das Ende dieser Lizenzprobleme hat man nun direkt dazu genutzt, Angel´s Egg ein Upgrade zu verpassen, indem die originalen 35mm-Negative gescannt und restauriert wurden. Zudem wurde die originale Mono-Tonspur mit Hilfe von modernster Soundtechnologie in ihre Bestandteile zerlegt und völlig neu abgemischt, sowohl in 5.1 als auch in Dolby Atmos. Ab sofort beschert Mamoru Oshiis ungewöhnliches Kunstwerk also auch der westlichen Welt Kopfzerbrechen...
...denn Angel´s Egg ist alles andere als ein klassischer Film mit einer erkennbaren Erzählstruktur oder einer einfachen Geschichte. Angel´s Egg ist vielmehr ein in düsteres, melancholisches, durchwegs in geheimnisvolle Bilder getauchtes Werk, das mit religiöser Symbolik und Metaphern gespickt ist und den Zuschauer mit wagen Andeutungen, aber ohne eine echte Rahmenhandlung oder jegliche Erklärungen überflutet. Ebenso verzichtet die Inszenierung auf große Dialoge, sondern konzentriert sich beinahe ausschließlich darauf, die surreale und unheimliche Bilderflut sowie den bedrohlich-atmosphärischen Score auf das Publikum wirken zu lassen. Auf diese Weise ist man als Zuschauer dazu gezwungen, sich den unzähligen aufgeworfenen Fragen selbst zu stellen, wobei es mindestens ebenso viele Interpretationsmöglichkeiten wie Freiraum für alternative Denkansätze gibt. Hier gibt es keine simple Lösung, oder eine einzelne "richtige" Art, das Gesehene zu deuten. Und genau das macht hier den Reiz aus, wobei eben dies wohl auch dafür sorgen dürfte, dass dem Publikum der Zugang zum Film extrem erschwert wird, und Angel´s Egg nicht für jeden die gleiche faszinierende Wirkung ausstrahlt. Ganz im Gegenteil, denn wird man von der Szenerie sowie den gezeigten Bildern nicht sofort in ihren Bann gezogen, so wird das Ganze doch sehr schnell anstrengend, zäh und langweilig, von der absichtlichen Verwirrung einmal ganz abgesehen...
Details der 4K UHD
40 Jahre auf dem Abstellgleis, und beinahe in Vergessenheit geraten. Das könnte - beziehungsweise sollte - sich mit der 4K Veröffentlichung nun ändern. Die Restauration hat sich jedenfalls sichtlich gelohnt, denn obwohl das Ausgangsmaterial inzwischen über 40 Jahre auf dem Buckel hat, präsentiert das Ergebnis nun absolut scharfe, kontraststarke und herrlich detailreiche Bilder, die selbst in den sehr schlecht ausgeleuchteten Sequenzen keinerlei Feinheiten untergehen lassen. Die reduzierten, düsteren Farben werden dabei sehr satt und kräftig dargestellt, erkennbare Mängel sind abgesehen von einem altersbedingten, sehr feinen Rauschen nicht auszumachen. Durchaus beeindruckend ist zudem die neue Tonspur ausgefallen, in die wirklich viel Arbeit gesteckt wurde. Durch die Kanaltrennung der originalen Mono-Tonspur entsteht ein großartiger Soundteppich, der sich zum einen durch den kraftvollen Score, vor allem aber durch die teilweise brachialen Soundeffekte bemerkbar macht. Immer wieder brechen hier einzelne Szenen aus dem ansonsten eher ruhigen und zurückhaltenden Geschehen aus, und überwältigen das Publikum durch ihre schiere Kraft, was nicht nur in großartigem Kontrast zur minimalistischen Erzählung steht, sondern auch bewusste Akzente setzt beziehungsweise bestimmte Ereignisse absichtlich hervorhebt.
Details der Collector´s Edition
Die Collector´s Edition erscheint als DigiPak in einer Kartonbox, die mit ihrer ledrigen Struktur ein wenig an die Oberfläche eines Reptilien-Eis erinnert. Das Cover ist passend zum Film in einer düsteren Optik gehalten, von der sich lediglich der in Glanzschrift geprägte Titelschriftzug abhebt. Auf der Rückseite befindet sich dagegen lediglich der Originaltitel Tenshi no Tamago in japanischer Schrift. Umschlossen wird die Kartonbox von einer losen J-Card mit den Inhaltsangaben und Details. Das DigiPak ist - ebenso wie der Film selbst - sehr minimalistisch gehalten, und bietet lediglich ein symbolträchtiges Motiv auf dem Cover. Rückseite und Innendruck bleiben komplett schwarz. Zusätzlich umfasst die Collector´s Edition ein Poster sowie ein 14-seitiges Booklet, das neben zahlreichen Szenenbilder auch einige Informationen zur Restauration sowie zum Film selbst enthält. Cover & Bilder © Plaion Pictures / Produktfotos: www.sofahelden.de Das Fazit von: MarS
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Inhalt
Die Animationen aus dem Studio DEEN beeindrucken nicht nur durch ihre düstere Farbpalette sowie ihre dystopische, unheimliche Atmosphäre, sondern auch durch den erstaunlichen Detailreichtum, der Angel´s Egg zu einer echten Augenweide macht. Obwohl handgezeichnet gibt es hier überall bis ins kleinste Details ausgearbeitete Bilder zu sehen, von den postapokalyptisch wirkenden Locations über die Szenerie jeder einzelnen Aufnahme bis hin zu einzelnen Haarsträhnen des Mädchens. Lange Einstellungen ohne grobe Schnitte sowie die ganz allgemein zurückhaltende, minimalistische Erzählung harmonieren dabei perfekt mit dem symbolträchtigen Inhalt sowie den teilweise monumentalen Bildern, was vom melancholisch-epischen Score noch weiter intensiviert wird. 




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